Weihnachten
Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See! - Naina und ich geniessen eine friedliche Weihnachts-Schlittenhundetour in der Nachmittagsdämmerung bei Schneefall.
Warm eingepackt und in Decken gehüllt sitzen wir im weich gepolsterten Schlitten und lassen uns sicher von Emil und seinen Hunden über den gefrorenen See in eine zauberhaften verschneiten Hügellandschaft führen.
Weihnachtlich glänzet der Wald. -
Die kleinen nordländischen Tannen und Fichten stolz und aufrecht stehend, erscheinen uns in einem feierlichen weissen Weihnachts-Gewand.
Naina liegt in meinen Armen und ist durch das monotone Rütteln eingeschlafen. Ihre roten Wangen leuchten und werden sanft von kleinen Schneeflocken berieselt. Ich halte meine Hand vor ihr Gesicht, um es vor dem kalten Fahrtwind zu schützen.
Enge Kurven, viele kleine Aufstiege und steile Abhänge machen den Weg abwechslungsreich jedoch mit dem Schlitten anspruchsvoll zu befahren. Zu Beginn schliesse ich bei jedem Hindernis die Augen und hoffe auf eine sichere und sanfte Bewältigung durch unsern Musher.
Mit der Zeit habe ich mich jedoch an das Rütteln, Rauf und Runter gewohnt und fühle mich sicher, bin entspannt und kann unseren kleinen Weihnachtsausflug geniessen.
Irgendwann öffnet Naina die Augen, schaut mich erschrocken an und erkundigt sich nach ihrem Papi. Emil neigt sich über sie, begrüsst sie leise flüstern und die Welt scheint wieder in Ordnung zu sein. Sie sitzt auf, um die Hunde zu betrachten und sucht nach ihrem Liebling Beni, der sehr konzentriert und ausdauernd vorne im Team läuft.
Im Gegensatz zu mir erfreut sie sich nun an jedem steilen Abhang und jubelt wenn's rumpelt und poltert.
Nach zwei Stunden und ca 25 Meilen Buschfahrt begegnen wir der Zivilisation und kreuzen eine Strasse. Hannes unser Musher-Freund aus Deutschland steht wie abgesprochen mit dem Auto am Strassenrand um uns abzuholen.
Emil lässt sein Team anhalten, tritt den Anker tief und fest in den Schnee. Wir steigen aus dem Schlitten und vertrampen uns die steifen Beine. Die Hunde erfreuen sich an einer Zwischenverpflegung, wir verabschieden uns von Emil und bedanken uns bei den Vierbeinern für die schöne Fahrt.
Alles geht sehr schnell und Emil löst bereits wieder den Schneeanker, um mit seinem Team in der Finsternis des Waldes zu verschwinden.
Es ist schon längst stockdunkel und das Nachtessen brutzelt in der Pfanne vor sich hin, als Emil mit seinem Team endlich nach Hause zurückkehrt.
Nach dem Versorgen der Hunde, setzen wir uns alle zufrieden wiedervereint an den Tisch und geniessen feierlich ein feines Weihnachtsessen.

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